Fachanwälte für Arbeitsrecht

Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht hat mehrjährige prozessuale Erfahrung und besondere theoretische Kenntnisse im Arbeitsrecht nachgewiesen, bevor er die Befugnis erteilt bekommt, die Bezeichnung Fachanwalt für Arbeitsrecht zu führen. Diese Befugnis ist den Rechtsanwälten und Arbeitsrechtlern Georg C. Schäfer und Sarah Kroll von den Rechtsanwaltskammer Berlin erteilt worden.

In § 2 Fachanwaltsordnung (FAO) heißt es:

Für die Verleihung einer Fachanwaltsbezeichnung hat der/die Antragsteller/in nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen besondere theoretische Kenntnisse und besondere praktische Erfahrungen nachzuweisen.

Besondere theoretische Kenntnisse und besondere praktische Erfahrungen liegen vor, wenn diese auf dem Fachgebiet erheblich das Maß dessen übersteigen, das üblicherweise durch die berufliche Ausbildung und praktische Erfahrung im Beruf vermittelt wird.

Die besonderen theoretischen Kenntnisse müssen die verfassungs- und europarechtlichen Bezüge des Fachgebiets umfassen.

Für den Erwerb der besonderen theoretischen Kenntnisse muss der Fachanwalt für Arbeitsrecht an einem vorbereitenden anwaltsspezifischen Lehrgang teilgenommen haben, der alle relevanten Bereiche des Arbeitsrechts umfasst. Die Gesamtdauer des Lehrgangs muss, Leistungskontrollen nicht eingerechnet, mindestens 120 Zeitstunden betragen.

Gemäß § 10 FAO kommen für das Fachgebiet Arbeitsrecht die besonderen Kenntnisse aus:

Individualarbeitsrecht (Abschluss und Änderung des Arbeits- und Berufungsausbildungsvertrages, Inhalt und Beendigung des Arbeits- und Berufungsausbildungsverhältnisses einschließlich Kündigungsschutz, Grundzüge der betrieblichen Altersversorgung, Schutz besonderer Personengruppen, insbesondere der Schwangeren und Mütter, der Schwerbehinderten und Jugendlichen, Grundzüge des Arbeitsförderungsrechts und des Sozialversicherungsrechts), Kollektives Arbeitsrecht (Tarifvertrags-, Personalvertretungs- und Betriebsverfassungsrecht, Grundzüge des Arbeitskampf- und Mitbestimmungsrechts) und Verfahrensrecht.

Außerdem muss ein Fachanwalt für Arbeitsrecht, bevor er sich als solcher bezeichnen darf, Leistungskontrollen absolvieren, deren Gesamtumfang mindestens 15 Stunden betragen muss.

Seine besonderen praktischen Kenntnisse weist der Fachanwalt für Arbeitsrecht dadurch nach, dass er innerhalb der letzten drei Jahre vor der Antragstellung im Fachgebiet Arbeitsrecht 100 Fälle persönlich und weisungsfrei bearbeitet hat.

Um sich seine besonderen Kenntnisse zu erhalten, muss ein Fachanwalt für Arbeitsrecht kalenderjährlich auf diesem Gebiet wissenschaftlich publizieren oder an anwaltlichen Fortbildungsveranstaltungen hörend oder dozierend teilnehmen. Weist er eine solche Tätigkeit nicht nach, wird dem Fachanwalt für Arbeitsrecht die Führung der Bezeichnung untersagt.